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4 Fakten über Insulin

03. August 2016 von Ilka Gdanietz

Frederick Banting entdeckte zusammen mit Charles Herbert Best 1921 das Hormon Insulin und rettete dadurch Millionen von Diabetikern das Leben.
1923 bekam er dafür den Nobel Preis.
Es ist schon erstaunlich, welch große Wirkung so ein paar Tropfen dieser streng riechenden Flüssigkeit auf unseren Körper haben, oder? Minimale Mengen entscheiden darüber, wie sich unser Blutzucker verhält und letztendlich wie wir uns fühlen.
Wir haben ein paar Fakten über das Insulin zusammen gesammelt, die vielleicht nicht jedem bekannt sind…

Insulin wurde an einem Hund getestet

Eine Hündin war das erste Lebewesen mit Diabetes, das durch die Behandlung mit Insulin am Leben gehalten wurde. Das war 1921 und ihr Name war Margorie. Sie war eine von Bantings und Bests Versuchs-Hunden, denen die Bauchspeicheldrüse entnommen wurde, um sie so “künstlich zu Diabetikern zu machen”. Nachdem der Hündin die Bauchspeicheldrüse entnommen wurde, wurde ihr täglich eine Dosis Insulin gespritzt, was aber zu diesem Zeitpunkt eher ein primitives rohes Extrakt aus tierischen Bauchspeicheldrüsen war. Sie überlebte 70 Tage, bevor sie an einer Infektion verstarb. Zur Behandlung von Diabetes wurde Insulin übrigens als erstes offiziell in Deutschland eingeführt.

Für Schweine-Insulin benötigte man damals wöchentlich ein Schwein pro Diabetiker

Früher war Insulin tierischer Herkunft und wurde aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen.
Das Wirkprofil des des tierischen Insulins ist dem von Human-Insulin sehr ähnlich. Um einen Diabetiker eine Woche mit Insulin zu versorgen, brauchte man ein Schwein, bzw. eine Schweinebauchspeicheldrüse.
In Frankfurt Main bei der Firma Höchst wurden zu dieser Zeit täglich 100.000 gefrorene Bauchspeicheldrüsen angeliefert, püriert und dann wurde das Insulin extrahiert. Bis in die 80er Jahre wurde Insulin ausschließlich aus Rinder und Schweine- Bauchspeicheldrüsen gewonnen.
Die Umstellung auf synthetische Herstellung erfolgte nicht nur wegen Produktionsengpässen, sondern hatte auch ethische und finanzielle Gründe.

Modernes Insulin wird mit Darmbakterien hergestellt

Auf den “Rohstoff Schwein” kann man heute dank verschiedener Herstellungsverfahren zur Insulinproduktion verzichten. Insulin wird heute synthetisch hergestellt. Außerdem kann das Insulinmolekül durch die modernen Herstellungsverfahren nach Wunsch verändert werden, sodass eine mo­difizierte Wirkung resultiert. Die Herstellung von Human-Insulin wird heute unter anderem auch mit Hilfe gentechnisch veränderter Bakterien, nämlich E. coli (ein Darmbakterium) durchgeführt. Kurz gesagt, E. coli Bakterien helfen dabei das Insulinmolekül zu produzieren. Das Bakterium selber wird in einem späteren Produktionsschritt zerstört. Ist also gar nicht so ekelig, wie es anfangs klingt.

Insulin steht auf der Dopingliste

Insulin hat die Eigenschaft, dass es die Wirkung von Anabolika wie Testosteron oder Wachstumshormone unterstützt und den Muskelzuwachs dadurch verbessert. Von daher ist in Insulin in der Bodybuilder-Szene sehr beliebt. Aber auch im Ausdauersport wird Insulin als Dopingmittel verwendet. Insulin beschleunigt die Aufnahme von Kohlenhydraten und die Bildung des Energiespeichers Glykogen in den Leber- und Muskelzellen. Bei Aktivierung bestimmter Gene hat Insulin auch Einfluss auf den Eiweiss-Stoffwechsel.
Sportler die mit Insulin dopen (was nicht nur extrem unsportlich, sondern auch gefährlich ist), spritzen sich ein Insulin-Glucose und/oder Glykogen Gemisch. Dass dies im höchsten Maß leichtsinnig und gefährlich ist wird unterschätzt, denn die Sportler begeben sich hier auf eine Gradwanderung zwischen extremer Kraft und der Gefahr in eine schwere Unterzuckerung mit Koma zu fallen.

Insulin steht seit 1998 auf der Dopingliste des IOC. Sportler mit Diabetes, wie etwas das Team Novo Nordisk, dürfen sich natürlich weiter das Insulin spritzen. Hierfür gibt es spezielle Ausnahmeregelungen. Außerdem haben Diabetiker dadurch auch keinen Vorteil, da nur die richtige Insulin/Glucose-Mischung die gewünschten Dopingeffekte erzielt.

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