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Vorurteile bei Typ-2 Diabetes - Stimmen sie aber wirklich?

12. August 2015 von Markus Berndt

Selbstverschulden oder doch Schicksal?

Das „faul“ ist wohl im Sinne von „macht wenig Bewegung“ zu verstehen. Naja, vielleicht hätte ich mehr Sport betreiben können, aber mein Job ließ es einfach nicht zu. Faule Ausrede? Was meint Ihr dazu?

„Fett“ war ich ganz sicher nicht, aber ein wenig Übergewicht wird es wohl schon gewesen sein, sonst hätte ich schließlich nicht so rasch 13 Kilo abnehmen können.

Und „gefräßig“? Ich doch nicht! Oder doch? Bei genauerer Analyse hatte ich tagsüber wenig Zeit (schon wieder diese dumme Ausrede), um mich „ordentlich“ zu verköstigen, und am Abend? Ich muss zugeben, dass ich mir dann spätabends vor der Glotze schon des Öfteren mal was Leckeres gegönnt habe. Und diese Belohnungen haben ganz und gar nicht nach Apfel, Birne, Nüssen oder Ähnlichem ausgesehen. Wohl eher nach Mars, Milky Way, Schwedenbomben und Schoko-Rosinen. Ja, ich gestehe alles! Aber gefräßig? Nein, das kann man wirklich nicht behaupten!

Spaß beiseite: Diese Aussagen sind nicht nur oft vorschnell abgegeben, sondern auch kränkende Vorurteile gegenüber an Typ-2 Diabetes erkrankten Menschen. Man verurteilt uns nur allzu rasch, getreu dem Motto „die sind ja selbst schuld“ und verursacht dadurch ein trotzig-/beschämt soziales Zurückziehen von Menschen, die sich eigentlich nach Unterstützung und Gemeinschaft sehnen. Schließlich ist das Leben mit Typ-2 Diabetes nicht immer einfach, wenn auch meist nicht ganz so herausfordernd, wie es Typ-1 Diabetiker tagtäglich erleben.

Ab in die Schublade und fertig?

Doch wie verhält es sich nun wirklich? Zurück zur entwürdigenden Fragestellung, ob wir wohl faul, fett & gefräßig sind?! Eine Pauschalierung im Sinne eines Zuckerkrankheit- Kollektivs ist wohl kaum möglich, und auch nicht zielführend. Es soll in diesem Blogbeitrag auch niemand beleidigt werden, aber ein wenig Selbstkritik ist wohl trotzdem angebracht.

Wenn man bedenkt, dass Übergewicht ein Hauptauslöser der Insulinresistenz ist, und diese nun mal zu Typ-2 Diabetes führen kann, werden wir wohl nicht komplett unschuldig sein an der „Misere“. Diesen Umstand anzuerkennen ist jedoch zugleich eine Riesenchance, denn Verantwortung über sein eigenes Schicksal zu übernehmen ist der erste Schritt in Richtung „zurück zur Gesundheit“!
Nehmt das Ruder selbst in die Hand und lasst euch nicht vom Monster reinpfuschen.

Es ist nie zu spät um etwas zu ändern

Solange es noch nicht zu spät dafür ist, lässt sich Typ-2 Diabetes in den meisten Fällen auf die exakt gleiche Art und Weise rückgängig machen, wie man es auch bekommen hat! Man verabschiedet sich ganz einfach von den zuckerüberladenen Naschereien, schränkt seinen Weizenkonsum ein, und lässt die Finger auch von Softdrinks. Wenn einem nach Alkohol dürstet, empfehle ich eher ein Gläschen Rotwein statt Bier, und es kann auch absolut nicht schaden, ein wenig Sport zu betreiben (es darf auch gern etwas mehr sein…). Wie man sieht sind es nicht die drastischen Einschränkungen die mit “Nie wieder…” anfangen. Veränderung ist das Stichwort. Vorurteile bei Typ-2 Diabetes wird man nicht entgehen aber man kann sie einfach belächeln.

Sind wir nun noch faul, fett und gefräßig? Bestimmt nicht, ganz im Gegenteil! Und die Kilos purzeln wie von Zauberhand gelenkt, der Blutzucker wird sich bedanken.

Wurdest du schon mal in eine Diabetes-Schublade gesteckt und was hast du dir dabei gedacht? Schreibe uns doch deine Erfahrungen in einen Kommentar!

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