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Smart Pens? – Als Old-School Diabetikerin zwischen Cyborgs

01. August 2018 von Lisa Strohmeier

In der Diabetes Blog Woche (ein Projekt meiner Kollegin Ilka und 2 weiteren Diabetes Bloggern), ist das Thema heute “Smart Pens”. Hui, das Thema schreit gerade zu nach mir, denn meine Pens sind alles andere als smart: Seit meiner Diagnose 2007 verwende ich noch immer den selben Insulinpen, und die Umstellung vor ein paar Jahren auf ein Blutzuckermessgerät mit USB-Anschluss war schon ein echter Meilenstein für mich.

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Bisher hatte ich allerdings immer das Gefühl, bestens über meinen Diabetes Bescheid zu wissen und auch wirklich gut damit zurecht zu kommen. Wie gesagt. Bisher. Bis ich vor wenigen Wochen mein Praktikum im mySugr Office begonnen habe. Ehrlich gesagt, habe ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich viel Kontakt zu anderen Diabetikern gepflegt. Und plötzlich bin ich umgeben von lauter “Diabetes Spezialisten”, Tech Nerds…wie auch immer man sie bezeichnen mag, die mir von Gadgets und den neuesten Devices erzählen, von denen ich bislang noch nicht mal zu träumen gewagt habe.

Warum ich meinen Insulinpen nicht eintauschen will

Gut, von Insulinpumpen habe ich natürlich schon gehört. Die gab es auch schon zu Zeiten meiner Erstmanifestation. Und meine Ärzte haben mir auch dazu geraten. Vor allem für Kinder und Jugendliche ist der Diabetes mit einer Pumpe einfacher handzuhaben. Doch mir behagte der Gedanke von Anfang an nicht, ständig ein Gerät am Körper zu tragen und einen sichtbaren Schlauch aus meinem Bauch ragen zu haben. Außerdem liebe ich es Kleider zu tragen und im Sommer mal ins Wasser zu springen. Also kurzum – ich hätte das Tragen einer Insulinpumpe immer als störend empfunden.

Wahrlich verwundert war ich allerdings, als ich meine neue Kollegin hier bei mySugr kennenlernte, die vor kurzer Zeit auf eine schlauchlose Pumpe umgestellt hat, eine Pumpe die deutlich kleiner ist und die einfach am Rücken befestigt ist. Dies bedeutet kein störender Schlauch mehr und nicht immer das Problem, wo man die Pumpe nun befestigen soll – UND, unter Kleidung beinahe unsichtbar. Diese Argumente bringen selbst Skeptiker wie mich ins Grübeln, ob so eine Insulinpumpe nicht doch eine ganz praktische und aus gesundheitlicher Sicht durchaus sinnvolle Alternative für die Behandlung des Typ-1 Diabetes ist.

Ein Sensor am Arm – für mich momentan nur schwer vorstellbar

Auch CGM-Systeme sind mir bereits ein Begriff, denn natürlich haben meine Ärzte mich anfangs noch versucht, von neuen Entwicklungen, die uns Diabetikern das Leben vereinfachen sollen, zu überzeugen. Vor allem in einer Phase meiner Jugend, in der ich mit meinem Diabetes bzw. besonders mit meinem Messgerät auf Kriegsfuß gestanden bin, haben mir meine Ärzte nahegelegt, auf ein solches System umzustellen. Aber auch hier hatte ich meine Gründe, dies abzulehnen. So komisch das auch klingen mag, für mich würde dieses kleine Teil, nicht größer als ein Pflaster, meine Erkrankung jederzeit sichtbar und allgegenwärtig machen. Ich persönlich habe die Kurve gekratzt und mein Blutzuckermessgerät und ich sind wieder gute Freunde geworden. Aber mein Rat an alle von euch, die ähnliche Probleme haben bzw. Auch einfach nur neugierig sind, probiert es doch mal aus, so bekommt ihr einen viel besseren Überblick, und das mit weniger Aufwand.

Latest Innovations – Eine neue Chance?

Die Technik bleibt niemals am gleichen Stand. Ständig kommen neue Innovationen auf den Markt. Das ist zum Glück auch in der Medizin so. Dadurch konnte immerhin schon das ein oder andere Menschenleben gerettet werden. Ein Hoch auf die vielen findigen Forscher und Entwickler da draußen!

Auch in Sachen Diabetes bleibt die Entwicklung natürlich nicht stehen. Eine gute Alternative zur Insulinpumpe ist meiner Meinung nach der sogenannte Pendiq-Insulinpen, ein Smart-Pen, der mit einem Akku versehen ist und mit dessen Hilfe man seine zuletzt gespritzten Einheiten nachvollziehen kann. Klingt ja schon mal recht praktisch. Doch ich wäre ja nicht bekennende Old-School Diabetikerin, wenn ich nicht die Nutzung dieser Erfindung auch (vorerst) ablehnen würde. Zwar machen Technologien und Arbeitsabläufe in allen Bereichen einen riesen Schritt in Richtung Automatisierung, und all diese Behandlungsmethoden sind ja auch schließlich nichts anderes als eine Automatisierung der täglichen Routine von Diabetikern. Das ist ja auch nichts Schlechtes, schließlich sind all diese Devices und Apps dazu da, uns Diabetikern das Leben leichter und so angenehm und sorglos wie möglich zu machen.

Geräte die für mich denken und die Therapie abnehmen?

Ich persönlich stehen diesen, ja schon fast selbstständig denkenden Geräten etwas skeptisch gegenüber. Aus dem selben Grund, aus dem ich wohl nie einem selbstfahrenden Auto vertrauen werde, würde ich persönlich auch in Zukunft gerne selbst meine Einheiten auf meinem stinknormalen Insulinpen einstellen und meine Blutzuckerwerte mit meinem etwas veralteten, aber liebgewonnenen Blutzuckermessgerät überprüfen.

Aber diese High-Tech Erfindungen sind von Experten für uns Diabetiker entwickelt worden und sollen uns vor allem helfen. Mit meiner persönlichen Geschichte will ich euch nur zeigen, dass man auch gut ohne zurecht kommen kann. Ich zumindest. In letzter Zeit habe ich allerdings so viel Positives über Erfahrungen mit Pumpen, CGM-Systemen etc. gehört und besonders hier im mySugr HQ aufschnappen können, dass ich auf jeden Fall allen empfehlen würde, wenn ihr euch dafür interessiert, dann probiert es doch einfach mal aus. Und wer weiß, vielleicht werde ich ja auch noch soweit beeinflusst, dass ich mal einen Test wage 🙂

Ein Smart Pen wäre zumindest mal ein denkbarer Anfang für mich.

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