Ernährung

Die fiesesten Zuckerfallen – verstecktem Zucker auf der Spur

19.1.2015 von Ilka Gdanietz

Entgegen den irreführenden Werbebotschaften der fiesen Zuckerlobby, ist es wirklich fraglich, ob der Mensch überhaupt  (Industrie-) Zucker braucht, um an Energie zu kommen.

Dem Zucker werden nicht umsonst leere Kalorien nachgesagt, noch dazu macht er uns dick, und kann zumindest Mitverursacher vieler Krankheiten sein. Das British Medical Journal schreibt sogar „Zucker ist so gefährlich wie Tabak“! Was der menschliche Körper allerdings braucht, ist Glucose. Denn sie liefert uns täglich wichtige Energie. Dank unseres ausgeklügelten Stoffwechsels sind wir zum Glück nicht auf den schädlichen Zucker der Industrie angewiesen. Wir sollten ihn soweit es geht vermeiden, zumindest stark einschränken. Das Zucker-Monster ist jedoch schlau, es versteckt sich nur allzu gerne in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln, wo wir es oft gar nicht vermuten würden. Am liebsten wohnt es, gemeinsam mit seinen beiden besten Freunden Fett & Salz, zum Beispiel in Fertiggerichten, Getränken und Saucen. Die Werbeindustrie ist ist nicht dumm und lässt uns oft glauben, dass wir uns gesund ernähren, und die raffinierten Werbeslogans auf Produkt-Verpackungen leiten uns rasch in die Irre und in fiese Zuckerfallen. Zucker versteckt sich auch gerne unter einem falschen Namen. Doch wir sind dem Monster auf der Spur…
Zucker hat viele Namen
Maltose, Dextrose, Maltodextrin...um nur mal ein paar der Decknamen zu nennen. Er versteckt und tarnt sich übrigens deshalb so gut, weil den Produzenten in Wahrheit völlig klar ist, dass ihr Produkt nicht gesund ist. Ihr solltet wissen, dass es einer der größten Tricks der Lebensmittelindustrie ist, die Mengenangaben zu verstecken. Es ist zwar mittlerweile innerhalb der EU Pflicht, die Nährwertangaben pro 100g anzugeben – jedoch hält das unsere Industrie nicht davon ab, so genannte Portionsangaben zu deklarieren. Diese sind in Wahrheit natürlich keine realistischen Portionen, die angegebene Menge gereicht höchstens dem sprichwörtlich „hohlen Zahn“, und soll den viel zu hohen Zuckeranteil verdecken.
Hier unsere Lieblingsbeispiele für fürchterlich viel versteckten Zucker
1. Frühstücksflocken
Zuckerfalle Kellogs
Foto: www.foodwatch.org Foodwatch hat die ganze Sache mal unter die Lupe genommen. Im oberen Bild die angesprochene Portionsangabe mit einem Zuckeranteil von 9%. Jedoch 9% von was? Wer genauer hinschaut erkennt: die 9% beziehen sich lediglich auf 30g des Packungsinhaltes, und nicht auf die gesetzlich vorgeschriebenen 100g. Somit ist der Zuckeranteil dieses vor allem bei Kindern beliebten Produkts pro 100g satte 26g, wie uns die „Ampelkennzeichnung“ (die natürlich nicht auf dem Produkt ausgewiesen ist) eindrucksvoll aufzeigt. 100g Flakes haben also 26 Gramm Zucker, das sind fast 9 Stück (!!!) Würfelzucker. 2. Müsliriegel Klingt gesund, oder? Aber die Getreideriegel sind keinesfalls so gesund, wie man uns glauben machen möchte. Das Beispiel „Müsliriegel Corny Schoko" zeigt uns eindrucksvoll, wie wir getäuscht werden sollen, es ist eine regelrechte „Verpackungsfalle“. Man denkt ein Produkt mit einem hohen Anteil an hochwertigem Getreide zu kaufen, in Wahrheit beinhaltet das Produkt jedoch satte 33% Zucker und kaum Getreide – eine dreiste Werbelüge, gehört also auch zu den fiesen Zuckerfallen.
3. Ketchup Auch Ketchup und zahlreiche andere beliebten Saucen sind perfide Zuckerfallen. Im 0,75l Tomatenketchup von Kraft stecken beispielsweise 170g Zucker – oder anders ausgedrückt: fast 57 Stück Würfelzucker! 4. Trinkjoghurt Habt ihr gewusst, dass auch im ,, so gesunden“ Actimel Joghurt-Drink von Danone 14 Stück Würfelzucker in der 4er Packung stecken? Und die sind ja wirklich winzig und sofort ausgetrunken. 5. Fruchtsäfte und Eistee Ich gebe ehrlich zu, früher dachte ich Fruchtsäfte oder Fertigteemischungen sind zumindest ein wenig gesünder als Limonaden – ein ziemlicher Irrtum: 1 Liter Apfelsaft (je nach Marke) hat sage und schreibe 33 Stück Würfelzucker in sich, aber der absolute Weltmeister der Negativrekordhalter ist wohl Bubble Tea, mit insgesamt 60 Stück Würfelzucker/Liter. Ein wenig bescheidener, aber da unauffälliger umso gefährlicher, ist der gerade im Sommer so geschätzte Eistee. Beispiel gefällig? Ein einziges Glas (200ml) gefüllt mit „Eistee Zitrone“ beinhaltet bereits 5 Stück Würfelzucker.

Tipp: Gebt einmal bei Google „rethink your drink“ ein und schaut euch die Bilder dazu an.

Über das Thema Zucker ließe sich endlos schreiben, und das wird auch nicht der letzte Artikel von mir dazu gewesen sein. Zum Glück findet man Alternativen zu Zucker, aber noch viel zu wenig Angebote im Handel. Es gibt sowohl im Internet wie auch im Buchhandel sehr gute und seriöse Literatur zum Thema „wie und warum Zucker uns krank macht“. Wenn Ihr dazu Buchempfehlungen wollt, schreibt mich einfach an: mberndt@connecting.at. Die Liste der verschiedenen Zuckerarten findet Ihr hier im Österreichischen Lebensmittelbuch. Zu guter Letzt noch die aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Bezug auf empfohlene Zuckermengen: 24g/Tag für Frauen und 30g/Tag für Männer. Und nun vergleicht mal mit den Zuckermengenangaben weiter oben. Einen interessanten Artikel zu dem Thema findet ihr außerdem hier.

Ilka Gdanietz

Langzeit-Diabetikerin und Nutella-Freund. Ilka ist bei mySugr für die deutschsprachige Kommunikation zuständig und privat unter www.mein-diabetes-blog.com zu lesen.