Typ 2

Diagnose Diabetes Typ-2 - Gedanken und Gefühle am Tag danach

11.5.2015 von Ilka Gdanietz

Exakt 3 Ereignisse haben mein Leben schwerwiegend & nachhaltig verändert...

Es waren diese in nicht chronologischer Reihenfolge: 1. die Geburt meines Sohnes 2. meine erste „richtige“ Job-Zusage 3. die Diagnose Diabetes Typ-2

Wut, Angst und was kommt dann?

Auch wenn die ersten beiden Meilensteine viel erfreulicher waren als die Nr. 3, erinnere ich mich trotzdem noch sehr genau an den Boden, den es mir unter den Füßen zu entziehen schien, und die darauf folgende Achterbahn der Gefühle! Bis zum heutigen Tag, und es ist immerhin schon mehr als 3 Jahre her, beschreibe ich meine damaligen Emotionen „am Tag danach“ folgendermaßen:
Erst kam die Angst, gefolgt von der Wut – und zum Schluss die Neugierde“.

Die Diagnose Diabetes Typ-2 hat mein Leben positiv verändert

Heute weiß ich, dass Angst weder angebracht noch notwendig war, und ein denkbar schlechter Motivator ist. Eigentlich war die Diagnose Diabetes Typ-2 ein Segen für mich, denn ohne diesen Schockeffekt und Schuss vor den Bug, hätte (s)ich mein Leben wohl niemals so sehr ins Positive gekehrt. Hört gut zu, denn es spricht ein ehemaliger Raucher, Workoholic, Alibibewegungskünstler und begnadeter Fertigfutterverwerter. Heute bin ich Sportler aus Leidenschaft, habe viel über Ernährung gelernt (und umgesetzt), fühle mich um Jahre jünger, energiegeladen und fitter als je zuvor, und das Wichtigste: Mein Diabetes ist so gut wie verschwunden! Baba Monster! Deshalb kann ich aus vollster Überzeugung behaupten: Die Diagnose Diabetes Typ-2 ist nicht nur ein Übel, sondern eine reale Chance, vieles zum Besseren zu wenden. Bevor wirklich etwas „Schlimmes“ geschieht, denn mit den Spätfolgen von Diabetes ist tatsächlich nicht zu spaßen! Aber keine Panik, so weit wollen wir es ja nicht kommen lassen, oder?

Wissen ist Macht. Tatsache!

Eine meiner damaligen Emotionen ist mir bis heute geblieben – die Neugierde. Ich wollte schon damals alles wissen! Wer ist dieses Monster namens Diabetes, wo kam es her, warum habe ausgerechnet ich es mir „eingetreten“, und das Wichtigste: Wie werde ich es wieder los? Ich durchforstete das Internet, ich sog die zahlreichen Informationen förmlich auf, ich war kaum zu halten, denn eines war mir in meiner Situation sonnenklar: Wissen ist Macht! Macht darüber, meinen neuen Wegbegleiter selbst am besten zu kennen, Macht darüber zu entscheiden, was für mich das Beste ist, Macht darüber zu wissen, wie ich das Monster bezwingen kann! Auf dem Weg durch den Informationsdschungel begegnen einem die irrwitzigsten Thesen, völlig kontroverse Ansichten, Menschen, die sich in Selbstmitleid ertränken, Verschwörungstheoretiker und selbsternannte Wunderheiler. Oft werdet Ihr auch lesen (oder hören), dass es des Diabetikers bestimmter Weg ist, ein Leben lang Medikamente zu benötigen, und dass Diabetes unheilbar ist. Ich sage dazu nur „Naja…, und einmal mehr: Wissen ist Macht“! Ihr versteht, was ich damit sagen möchte?!

Nehmt das Monster in und an die Hand

Eines gebe ich euch hier und heute mit auf den Weg, Ihr solltet es wirklich beherzigen: Ihr selbst habt es zu einem riesengroßen Teil in der Hand, wie sich euer Diabetes entwickeln wird, und Ihr könnt es durch euer „Tun“ maßgeblich beeinflussen. Erzieht euer Monster, dann verhält es sich wie ein Vorzeigeschüler! Entscheidend wird sein:
  1. wie Ihr euch ernährt (informiert euch an richtiger Stelle über optimale Ernährung und checkt danach euren Kühlschrank)
  2. ob Ihr euch ausreichend bewegt
  3. ob Ihr, sagen wir mal „psychisch stabil“ seid, denn auch euer Wohlbefinden spielt bei der weiteren Entwicklung eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Findet einen guten Arzt, der euch bei eurem Weg aus der Diabetesfalle begleitet. Es gibt sehr gut ausgebildete Diabetologen – geht unbedingt nur zum Spezialisten! Die Zähne wollt Ihr euch ja schließlich auch nicht vom Tierarzt reißen lassen, oder?
  • Last not least: Information ist alles,  lasst euch keine Angst einjagen, bleibt neugierig!
  • Diabetes Typ-2 ist zum Zeitpunkt der Diagnose nicht mehr als eine ernstzunehmende Warnung, aber auch nicht weniger. Ergreift die Chance und bleibt stets am Ball. Einmal Monsterzähmer- immer Monsterzähmer!

Ilka Gdanietz

Langzeit-Diabetikerin und Nutella-Freund. Ilka ist bei mySugr für die deutschsprachige Kommunikation zuständig und privat unter www.mein-diabetes-blog.com zu lesen.